Wichtel-Geschichte
Schalte laut, Oma Wichtel liest vor!
„Hinter jedem Baum, unter jedem Busch oder am Wegesrand
kann sich etwas Besonderes verstecken." — Wichtel-Weisheit aus dem Sörgenlocher Wald
Herzlich willkommen auf dem Sörgenlocher Wichtelweg. Schön, dass du da bist! Hast du Lust auf eine kleine Geschichte? Dann komm mit – ich erzähle sie dir…
Vor gar nicht allzu langer Zeit sind hier die ersten Wichtel hingezogen – vielleicht hast du sie ja schon einmal besucht? Inzwischen sind es schon siebzig, und jedes Jahr werden es ein paar mehr.
Ganz schön viele kleine Bewohner, findest du nicht?
Wenn du genau hinschaust, kannst du sie überall entdecken: zwischen den Bäumen, nahe der Weinberge, auf Wiesen oder am Waldrand. Dort haben sie sich die schönsten Plätze ausgesucht und ihre kleinen Häuser gebaut. Manche verstecken ihre Wichtelhäuser geschickt zwischen Ästen, andere graben sie tief in die Erde ein. Und wieder andere stellen ihre bunten Häuschen direkt an den Weg, damit du sie bewundern kannst.
Aber wie hat das alles eigentlich angefangen? Fragst du dich das auch?
Nun, alles begann mit einem Brief.
Der war an den Wichtel Jeppe gerichtet.
Seine Menschen-Familie wollte ihn nämlich nicht mehr so weit weg wissen. Denn Wichtel – das musst du wissen – leben überall auf der Welt: in dichten Wäldern, an geheimen Pfaden oder an Orten, die kaum ein Mensch je gesehen hat. Und manche dieser Orte sind richtig, richtig weit entfernt.
Also haben sie Jeppe eingeladen, das Jahr bis Weihnachten in Sörgenloch zu verbringen. Eine Art Sommer-Zuhause. Ein Ort, an dem man bleiben und sich wohlfühlen kann. Und mal ehrlich – warum weit weg wohnen, wenn es hier doch so schön ist?
Jeppe musste natürlich nicht lange überlegen. Und seine Freunde auch nicht!
So entstand der Sörgenlocher Wichtelweg. Schon bald wurde es also lebendig zwischen Bäumen und Sträuchern. Immer mehr Wichtel zogen ein – und jeder brachte seine eigenen Ideen mit.
Vielleicht triffst du Jeppe ja beim Backen? Er liebt es nämlich, leckere Sachen zu zaubern, und bringt seine neuesten Kreationen ins Café Zipfelmütze. Dort sitzen die Wichtel zusammen, trinken Kaffee und diskutieren ganz ernsthaft darüber, ob Zimtschnecken oder Nussplätzchen besser schmecken.
Und dann ist da noch Tomte, Jeppes bester Freund. Den findest du oft auf dem Wichtelsportplatz beim Training – angeblich für die nächste große Wichtel-Fußballmeisterschaft!
Natürlich gibt es auch eine Wichtelfeuerwehr. Zum Glück haben sie nicht viel zu tun. Nur manchmal, wenn ein Laternenlicht einer Zipfelmütze zu nahe kommt oder beim Keksebacken ein bisschen zu viel Rauch entsteht, müssen sie ausrücken.
Jetzt bist du dran: Schau dich einfach mal ganz in Ruhe um. Es gibt hier nämlich noch so viel mehr zu entdecken! Hinter jedem Baum, unter jedem Busch oder am Wegesrand kann sich etwas Besonderes verstecken.
Bitte fasse niemals ein Wichtelhaus an!
Denn wenn ein Wichtelhaus berührt wird, können unsere kleinen Wichtel ihre magischen Kräfte verlieren. Glaub mir – das ist keine gute Idee. Das ist nämlich schon einmal passiert… Damals hat Gargomol die Hausnummern gestohlen! Aber psst – das ist eine ganz andere Geschichte.
Weißt du, was in der Adventszeit mit den Wichteln passiert? Dann ziehen die Wichtel zu den Familien im Ort. Vielleicht ja sogar zu dir? Dann werden die kleinen Häuser am Sörgenlocher Wichtelweg wieder abgebaut, und hier wird es ganz ruhig. Die Tiere schlafen, und auch der Wichtelweg macht eine Pause.
Aber bei den Wichteln selbst wird es alles andere als ruhig! Bei den Familien angekommen, helfen sie beim Plätzchenbacken, beim Aufräumen – oder sorgen auch mal für ein kleines Durcheinander. Wenn du schon einmal einen Wichtel zu Hause hattest, weißt du bestimmt, was ich meine.
Vor allem aber helfen dir die Wichtel, die Zeit bis Weihnachten schneller vergehen zu lassen.
Kurz vor dem großen Fest packen sie ihre kleinen Koffer. Dann machen sie sich auf den Weg zum Nordpol. Dort werden sie nämlich dringend gebraucht: Sie bringen die Wunschzettel zum Nordpol, verpacken Geschenke, tragen Pakete und helfen überall mit.
Und wenn alles geschafft ist? Dann gönnen sich die Wichtel ihren wohlverdienten Urlaub.
Bis sie im nächsten Jahr wieder zurück nach Sörgenloch kommen…
dann kann der Wichtelweg wieder zum Leben erwachen. ✨